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Elektromagnetische Wellen
Auftreten und Anwendungsbereiche
für den GK Physik 13.1
von Patrick Bernau 2000-01-16
- Einführung
Sämtliche elektromagnetischen Wellen haben gleichzeitig Wellen- und Teilchen-Charakter.
Darum kann man in diesem Zusammenhang die Begriffe "Welle" und "Strahlung"
fast gleichwertig verwenden. Die Strahlung besteht nach Albert Einstein aus
"Photonen", masselosen Teilchen und Energieträgern, die manchmal als Wellen
erscheinen. Dies soll an dieser Stelle einmal erwähnt sein; eine genauere
Ausführung würde zu weit und am Thema dieses Referats vorbeiführen – im
Zusammenhang mit dieser Entdeckung wurden im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts verschiedene
Nobelpreise vergeben.
- Gammastrahlen (l
= 10-10 - 10-14 m, f = 3*1018 - 3*1022 Hz)
Gamma-Strahlen sind nuklearen Ursprungs; sie entstehen beim Zerfall von Atomkernen.
Radioaktive Elemente sind ebenso Quelle von Gammastrahlen wie Kernwaffen-Explosionen und
kosmische Ereignisse. Die Photonen (masselose Teilchen) der Gammastrahlen tragen besonders
viel Energie; sie können daher andere Atome ionisieren und sind für Menschen und
Tiere gefährlich. Blei kann die Gammastrahlen aufhalten.
Die kürzesten bekannten elektromagnetischen Wellen treten in der kosmischen
Höhenstrahlung auf. Sie sind noch energiegeladener und damit noch gefährlicher.
- Röntgenstrahlen (6*10-12 - 10-9 m, 5*1019 - 3*1017 Hz)
Röntgenstrahlen werden durch Abbremsung an Metallgegenständen von Elektronen
erzeugt, die sich schnell bewegen und somit energiereich sind. Für ihre Entdeckung
erhielt Wilhelm Conrad Röntgen 1901 den ersten Physik-Nobelpreis.
Auch Röntgenstrahlen sind für Menschen gefährlich. Sie können wie
Gammastrahlen durch Blei aufgehalten werden – und beispielsweise durch Knochen. So
können sie zur inneren Untersuchung von Menschen verwendet werden.
- Ultraviolettes Licht (60-380nm, 5*1016-1015 Hz)
UV-Licht entspringt an elektrischen Entladungen im atomaren wie molekularen Bereich. Es dient
in der Natur verschiedenen chemischen Reaktionen, unter anderem der Bildung von Ozon. Auch
diese Wellen sind noch nicht vollständig ungefährlich; in größeren
Mengen können sie Hautkrebs auslösen.
- Sichtbares Licht (400-750nm, 0,75*1015 – 0,4*1015 Hz)
Auch sichtbares Licht wird durch Beschleunigung elektrischer Ladungen erzeugt, vorwiegend von
Elektronen im Innern der Elektronenschalen der Atome. Für diesen Vorgang wird
Wärmeenergie verwendet, die meist aus chemischen Prozessen stammt.
Die Farbe des Lichts hängt vom Grad der Anregung und damit von der Frequenz der Wellen
ab. Hohe Frequenzen führen zu violettem, blauem oder grünem Licht, während
niedrige Frequenzen das Licht rot scheinen lassen. Weiß wird das Licht, wenn Wellen
aller Frequenzen enthalten sind.
Auch Laserstrahlen gehören zum sichtbaren Licht. Durch Bündelung der Wellen
erhalten sie eine besondere Eigenschaft: Sie werden kohärent [Phasendifferenz in jedem
Punkt des Wellenfelds bleibt über längere Zeit konstant – zu langwierig herzuleiten].
Angewendet werden Laserstrahlen zur Längen-Vermessung, zur Geschwindigkeitsmessung und
dank ihrer hohen Energiedichte zum Schneiden, Bohren und Schweißen harter Materialien
mit hohem Schmelzpunkt (Wolfram, Diamant). Durch hohe Genauigkeit ist dies im kleinsten
Bereich möglich, so zum Beispiel in der Mikroelektronik und der Augenmedizin.
Zusätzlich lassen sich dank der Kohärenz auf Laserstrahlen viele Daten
(Telefongespräche, Fernsehsendungen) gleichzeitig übertragen.
- Infrarotes Licht (780-1000nm, 4*1014 - 3*1011 Hz)
Die Entstehung von infrarotem Licht war lange Zeit nicht richtig bekannt. Erst Max Planck
konnte dieses Rätsel gegen Ende des 19. Jahrhunderts lösen – und baute später
seine Quantentheorie auf diesem Phänomen auf. Die Strahlung wird in Form von
Wärmestrahlung von Molekülen und heißen Körpern erzeugt, aber nicht
kontinuierlich, sondern portionsweise, in "Paketen". Einstein ergänzte diese
Erkenntnis durch weitere Überlegungen, nach der auch die Strahlung selbst aus einzelnen
Energieteilchen, sogenannten "Photonen", besteht.
Viele Tiere besitzen Infrarotsensoren als Sinnesorgane und können so
Wärmeunterschiede "sehen". Auch die Menschen machen sich die Infrarotwellen
inzwischen bei Nachtsichtgeräte zu Nutze.
Längere Wellen als Infrarotlicht werden hauptsächlich durch ihre Länge
bezeichnet. Sie kommen nicht in der Natur vor, sondern werden elektronisch erzeugt.
- Mikrowellen (0,1mm – 10cm, 3*1012 – 3*109 Hz)
Mikrowellen sind jedermann aus der Küche bekannt, wo sie das Essen erwärmen. Auch
im Weltraum entsteht Mikrowellen-Strahlung. Eigentlich gehören schon sie zu den
sogenannten "Funkwellen".
- Andere Funkwellen (>10cm, <3*109 Hz)
Noch längere Wellen werden zur Übertragung von Daten genutzt. Ab etwa 1GHz
abwärts werden die Frequenzen für Mobiltelefone und Fernsehen verwendet.
Zwischen 300 und 30 MHz (10m bis 1m) liegen die Ultrakurzwellen, danach bis 3 MHz (100m bis
10m) die Kurzwellen – die Längenangaben auf Weltempfängern sind also die Längen
der Kurzwellen.
Zwischen 1500 und 600 kHz wird die Strahlung "Mittelwellen" genannt; bis etwa 100
kHz (l
= 3000m) liegen die Langwellen.
Die Frequenzbereiche werden international von der ITU (International Telecommunications Union)
vergeben, einer UN-Unterorganisation in Genf, denn Langwellen-Frequenzen können nur
einmal verwendet werden; Langwellen breiten sich über die ganze Erde aus. Gleichzeitig
existieren im niedrigen Frequenzbereich weniger verschiedene Frequenzen. Die Reichweite
kurzer Wellen ist deutlich geringer [Mobilfunk-Umsetzer in jedem dritten Dorf]; gleichzeitig
gibt es im höheren Frequenzbereich mehr zu besetzende Frequenzen.
- Gesundheitsschädlichkeit elektromagnetischer Wellen
Bekannt gesundheitsschädliche Wellen wurden schon oben so bezeichnet. Es handelt sich
hierbei um Wellen mit hohen Frequenzen, die gleichzeitig eine hohe Energiedichte aufweisen
und so Atome im menschlichen Körper ionisieren können. Bei Wellen niedrigerer
Frequenzen ist diese Gefahr sicher nicht gegeben. Dennoch ist damit nicht bewiesen, dass
diese Wellen nicht gesundheitsschädlich sind. Viele Menschen haben Angst vor
"Elektro-Smog", sogar von elektronischen Leitungen – und noch mehr von
Mobiltelefonen oder Mikrowellen.
Zum Download: Paper
Literatur:
- Stratis Karamanolis, Elektromagnetische Wellen, Neubiberg 1996
- Dorn / Bader (Hrsg.), Physik Oberstufe, Hannover 1986
- Meyers Taschenlexikon, Mannheim 19922
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