Sportvereinigung Böblingen e.V. - Schachabteilung
Patrick Bernau, Turnierleiter 2001-01-11
Ihr erhaltet hier eine Einführung in die Schachregeln, die ihr als Spieler in der Praxis bei Mannschaftskämpfen und Einzelturnieren am häufigsten braucht. Ihr erfahrt aber nicht, was ein Springerzug ist und wie man eine Schachuhr bedient. Dies ist eine Vorbereitung auf allerlei Probleme, die mit den verschiedenen Gegnern auftreten können. Damit ist keinesfalls gesagt, dass ihr selbst auf die Einhaltung aller dieser Regeln bestehen sollt. Bleibt fair.
Vor Partieende. Ist die Partie erst mal aus, habt ihr nur noch schlechte Chancen auf euer Recht.
Bei Mannschaftskämpfen ist der Mannschafsführer der Heimmannschaft der Schiedsrichter. Im Zweifelsfall protestiert ihr auf der Spielberichtskarte.
Achtung: Grobe Unsportlichkeit kann auch dann zu Konsequenzen führen, wenn keine entsprechende Regel speziell aufgeschrieben ist!
J'adoube müsst ihr sagen, bevor ihr die Figur berührt. [4.2]
Reklamieren könnt ihr nicht mehr, nachdem ihr selbst eine Figur berührt habt. [4.6]
Jeweils mit der ersten berührten eigenen Figur die erste berührte Figur des Gegners schlagen, falls möglich. Eigene Figuren gehen vor Gegners Figuren. [4.3]
Im Blitz könnt ihr regelwidrige Züge zurücknehmen, bevor ihr gedrückt habt. [C.3] Berührt - Geführt gilt trotzdem.
Bei der Rochade muss der König zuerst berührt werden. Wenn der Turm zuerst berührt wird, ist ein Turmzug fällig. [4.4]
Berührt - Geführt gilt nur für Figuren auf dem Brett. [4.3] Das ist wichtig, wenn ein Bauer umgewandelt wird.
Bis fünf Minuten Restbedenkzeit seid ihr verpflichtet. [8.4] Alles danach ist freiwillig zum Mitzählen oder zum Nachweis.
Remisangebote müssen notiert werden. [9.1] Das ist wichtig bei Remis-Reklamationen und wenn ihr eine Störung durch Remisangebote reklamiert.
Der Schiedsrichter soll eure Notation jederzeit sehen können, [8.2] ohne euch zu stören. [Auslegung SVW Rochade 9/97] Euer Gegner muss das nicht können.
Mit der Notation eines Zugs könnt ihr bis vor eurem
nächsten Zug warten.
[8.1]
Vor dem 40. Zug (oder vor dem 60., wenn zweite Zeitkontrolle ansteht) ist die Partie nur remis, wenn irgendeine erlaubte Zugfolge (bei ungünstigstem Gegenspiel) zum Matt führt. [9.6] Dass eine Mattstellung möglich ist, reicht nicht aus! Das wird aber erst geprüft, wenn die Bedenkzeit um ist.
Danach und in Schnellschachpartien gilt zusätzlich: Innerhalb der letzten zwei Minuten eurer Bedenkzeit könnt ihr beim Schiedsrichter Remis beantragen. Der Schiedsrichter beurteilt nach eigenem Ermessen, ob die Partie mit normalen Mitteln zu gewinnen ist und der Gegner das auch versucht. Er kann die Partie auch weiter beobachten und entscheiden, nachdem die Zeit abgelaufen ist. [10.2]
Im Blitz gewinnt ein Spieler nur dann auf Zeit, wenn er mit irgendeiner erlaubten Zugfolge eine Stellung erreichen kann, in der er im nächsten Zug zwingend Matt setzt. [C.4]
Nur der Schiedsrichter darf außer den Spielern feststellen, dass die Zeit abgelaufen ist [6.8] - Im Blitz- und Schnellschach dürfen das nur die Spieler. [B.6]
Nur der Mannschaftsführer darf bei Remisangeboten helfen, aber nur ohne die Stellung zu bewerten. [WTO §10c]
In Zeitnot dürfen die Spieler nicht vom Schiedsrichter (oder dem Mitschreibenden) erfahren, wie viele Züge gespielt sind. [13.6] Man bleibt stehen, bis ein Blättchen gefallen ist.
Der Schiedsrichter entscheidet, wo die Uhr steht. [6.4] Nirgends steht, dass Schwarz die Brettseite wählen darf.
Der Schiedsrichter darf mehr als eine Stunde Verspätung am Partiebeginn zulassen. [6.6] Das gilt nicht bei offiziellen Turnieren des württembergischen Schachverbands. [WTO §6.3]
Wer am Zug ist, darf den Spielsaal nicht verlassen. Solange die Partie läuft, dürft ihr das Turnierareal nicht verlassen. Das Turnierareal besteht aus Toiletten, Verpflegung und Raucherecken. [12.4]
Das Partieheft gilt normalerweise als unerlaubte Notiz.
Ihr müsst mit der gleichen Hand ziehen und drücken. Ihr dürft die Hand nicht auf oder über dem Knopf halten. [6.7b]
Andere ungebräuchliche Regelauslegungen sind normalerweise nicht richtig. Für den Zweifelsfall empfiehlt es sich aber, immer ein Exemplar der Schachregeln dabei zu haben. In den eckigen Klammern ist angegeben, auf welchen Absatz der FIDE-Regeln ihr euch im Zweifelsfall berufen müsst. WTO ist die Wettkampf- und Turnierordnung des Schachverbands Württemberg.
Ihr findet das alles im Internet:
Schachregeln: http://www.schachverband-wuerttemberg.de/home/satzungen/ 70.shtml
WTO: http://www.schachverband-wuerttemberg.de/home/satzungen/02.shtml
Dieses Skript: http://www.patrick-bernau.de/products/schachregeln/
S.